Über 200 Jahre Tradition

Die Familie Graichen gehört zu den ältesten Familienunternehmen in Sachsen.
Bereits im 17. Jahrhundert wurde der Familienname Graichen zahlreich in den Frohburger Quellen erwähnt. Einen ersten direkten Vorfahren findet man zu Beginn des 18. Jahrhunderts.

Kontinuität bei der Wahrung fachlichen Wissens und unternehmerischer Kompetenz sind die wichtigsten Gründe für das erfolgreiche Agieren von Handwerksfamilien. Unter diesen Voraussetzungen ist es einigen dieser Familien gelungen, ihren Beruf und ihr Geschäft erfolgreich über Jahrhunderte weiterzureichen. Sowohl die Funktion der Firmeninhaber in der örtlichen Tischlerei-Innung als auch die bedeutenden Auftragsarbeiten des Unternehmens bestimmten die Entwicklung des Handwerks in der Region und das Aussehen der Stadt Frohburg in beachtlichem Maße mit.

Matthias und Ulf Graichen, Geschäftsführer

Zu den noch heute bekannten Arbeiten der Familie Graichen gehören die 1852 für 395 Taler ausgeführten Tischlerarbeiten am Schulneubau in Frohburg sowie an dessen Rathaus im Jahre 1886. Hier hatte die Firma den Zuschlag unter sieben Mitbewerbern mit einem Angebot von damaligen 2697,49 Mark erhalten. Nach nur einjähriger Bauzeit konnte das Rathaus eingeweiht werden. Weitere Handwerksleistungen, neben dem jahrzehntelang zu bewundernden Ausbau der Frohburger Apotheke, finden sich in den Gebäuden der Eisenbahnstationen in Frohburg und Narsdorf.


Epochen, die die Familien- und Firmengeschichte prägten



1799 Kauf eines Hauses in der Kirchgasse in Frohburg durch die Eheleute Christian und Sophia Graichen.

„Vertrag über die Schuldverschreibung von Christian Gottlob Graichen und seiner 2. Ehefrau Johanne Rosine Graichen. Hiernächst hat Mstr. Graichen zu der Kirche und Pfarre zu Greifenhayn Sicherheit, wegen des erborgten Capitals an 300 (Thaler) und der versprochenen Zinsen, und wider Besorgen auflaufender Unkosten, sein eigenthümliches, allhier zwischen den Köhlerschen und Langeschen Häusern innengelegene, am 5. Juni 1799 in Lehm erhaltene Wohnhaus mit Zubehör und Garten zum ausdrücklichen Unterpfande eingesetzt, hat die Hypothek an Gerichtshand angelobet, ...” [Auszug aus dem Vertragstext]

1832

Meister Christian Gottlob Graichen (Sohn von Christian Graichen) verkauft laut Vertrag vom 1. Juli 1832 an seinen Sohn, Tischlermeister Karl Wilhelm Graichen, sein Haus zum Kaufpreis von 1500 Thalern:
„Es verkauft nämlich vorgenannter Mstr. Christian Gottlob Graichen sein zu Frohburg .. No 34 gelegnens Haus nebst Gartengrundstück und Zubehör, auch allem was darinnen ... an ebenfalls genannten Tischlermeister Graichen um und für den verglichenen Kaufpreis von Ein Tausend Fünfhundert Thaler Con. Münze.” [Auszug aus dem Kaufvertrag]
Damit begann das Tischlerhandwerk die Erwerbstätigkeit der Familie Graichen zu bestimmen.

1841

Hochzeit von Karl Wilhelm Graichen mit Kurdine Große. Aus der durch den Tod Kurdines 1845 beendeten kurzen Ehe ging Franz Wilhelm Graichen, geb. am 29. Dezember 1841, hervor.

1858

Lossprechung von Franz Wilhelm Graichen nach dreijähriger Lehrzeit

1863 -
1864

Tätigkeit von Franz Wilhelm Graichen in zwei Dresdner Tischlereien

1871

Kauf des Hauses des Vaters durch Franz Wilhelm Graichen; Hochzeit mit Amalie Müller, aus der Ehe geht Sohn Ernst hervor.

1892

Beginn der Wanderschaft von Ernst Graichen nach Tischlerlehre in der väterlichen Werkstatt

1900

Hochzeit von Ernst Graichen mit Alma Fritsche, die Söhne Rudolf und Alfred sowie die Töchter Hertha und Elfride gehen aus der Ehe hervor.

1915 -
1918

Lehrzeit von Rudolf Graichen im elterlichen Betrieb

1916 -
1919

Lehrzeit von Alfred Graichen im elterlichen Betrieb

1918

Gesellenprüfung von Rudolf Graichen

1919

Gesellenprüfung von Alfred Graichen

1934

Nach schweren Jahren der Inflation und der Weltwirtschaftskrise musste Franz Graichen als Obermeister der Frohburger Tischlerinnung deren Auflösung bekannt geben. Es begannen Jahrzehnte schwieriger politischer Verhältnisse, die auch die Existenz des Handwerkerstandes bedrohten.

Meisterprüfung von Rudolf Graichen
Hochzeit von Rudolf Graichen mit Elsbeth Gentzsch. Aus der Ehe ging die Tochter, Ina Graichen hervor, welche im elterlichen Betrieb lernte.

1939

Hochzeit von Alfred Graichen mit Elisabeth Annemarie Scherpe. Aus der Ehe gingen vier Söhne hervor, davon lernten zwei, Gunter und Ulf, den Tischlerberuf im elterlichen Betrieb.

1943

Nach dem Tod des Vaters übernahmen Alfred und Rudolf Graichen den Tischlerbetrieb.

1967

Meisterprüfung von Ulf Graichen

1971

Alfred Graichen scheidet aus dem Betrieb aus. Sein Bruder Rudolf und sein Sohn Ulf führen den Betrieb weiter.

1976

Ulf Graichen übernimmt auch die Anteile seines Onkels und wird alleiniger Firmeninhaber.

1992

Meisterprüfung von Matthias Graichen

1993

Umwandlung des Unternehmens in eine GmbH. Ulf Graichen und sein Sohn Matthias führen das Unternehmen gemeinsam.